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Nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland wurde die Funktion des Flugplatzes verändert. 1935 veröffentlichte die neue Regierung einen Erlass über die Reichsluftwaffe, wonach der systematische Ausbau des Fliegerhorstes Welzow für militärische Zwecke begann. Unter diesem Aspekt fand am 16. August 1935 wiederum eine "Flieger-Werbeveranstaltung" statt. Bereits ab Juni 1936 gehörte der Flugplatz zum Luftgaukommando IV-Dresden und war zugleich dem Flughafenbereich Finsterwalde, gemeinsam mit den Flugplätzen Briesen und Luckau-Alteno, als Übungs-Einsatz-Hafen unterstellt. Damit war der Fliegerhorst Welzow mit dieser Klassifikation zur Basis für die Ausbildung von Flugzeugbesatzungen bestimmt worden.


Noch in den Herbstmanövern 1936 wurden von der Luftwaffenführung Mindestausstattungen fest- gelegt, um zivile Flugplätze für den militärischen Einsatz vorzubereiten. Dem wurde auch in Welzow entsprochen. An der Kreuzung Lindchener Weg und Liesker Weg wurde ein Gebäude für Wachmannschaften einschließlich Versorgungs- einrichtungen errichtet. Hinzu kam eine Ringrollbahn und ein Anschlussgleis vom Bahnhof Welzow bis zu den Tanklagern im nordwestlichen Bereich des Platzes. In die Heide hinein wurden Baracken für die Unterkunft der Luftwaffensoldaten gebaut. Neue Hangars entstanden sowie Gebäude für Feuerwehr und anitäre Versorgung.


Am 20. September 1938 wurden für den operativen Einsatz während der Besetzung der CSR zwei Kurierstaffeln auf dem Fliegerhorst Welzow stationiert. Wenige Tage vor dem Überfall auf Polen und mit Beginn des Zweiten Weltkrieges am 01. September 1939 waren sehr viele Luftwaffensoldaten mit ihren Funkwagen und Versorgungsfahrzeugen auf dem Fliegerhorst untergebracht. An diesen Tagen waren viele Flugzeuge am Himmel zu sehen. Ab Sommer 1940 wurde die Fluggruppe der Luftnachrichtenschule 1 / Halle a. S. als Bordfunker in Welzow ausgebildet.


Neben der Ju 86 und der Ju 52 waren ständig oder zeitweise als Ausbildungsflugzeuge die Typen W 34, Do 17, Fw 58 und Ar 66 im Einsatz. Wenn die Unterkünfte auf dem Flugplatz nicht ausreichten, dann wurden Quartiere bei Welzower Familien belegt. Die Einquartierungen waren von Zeit zu Zeit vor allem dann erforderlich, wenn Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten zu Übungen oder Unterweisungen nach Welzow kommandiert worden waren. Unter den Offizieren befand sich auch einmal Prinz Louis Ferdinand von Hohenzollern, Enkel des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II, der bei der Familie Nolle, Potsdamer Straße, einquartiert war.

Am 02. August 1944 wurden der Stab und die II.Gruppe des Jagdgeschwaders 4 nach Welzow verlegt. Vier Tage später erfolgte ein schwerwiegender Einsatz gegen die amerikanische Luftflotte, die mit 568 B-17 Bombern Berlin zum Ziel hatte. Zum Schutz wurde der Bombenverband von 500 Mustangs begleitet.


Auch das Jagdgeschwader 4 erhielt den Befehl, die Flugzeuge im Luftkampf abzuwehren. Insgesamt wurden dabei 189 Einsatzstarts vollzogen und sieben amerikanische Flugzeuge abgeschossen. Von deutscher Seite wurden 31 Flugzeugführer mit ihren Maschinen als Verlust gemeldet. Das Jagdgeschwader 4 wurde an die Westfront verlegt und der Stab und die II. Gruppe des Jagdgeschwaders 301 in Welzow stationiert.


Schließlich folgten die Einsätze des Stabs und der I., II. und III. Gruppe des Jagdgeschwaders 6 vom Flugplatz Welzow aus. Im Februar 1945 kam auf dem Fliegerhorst Welzow die Fernaufklärungsgruppe 11 kurzfristig zu Aufklärungseinsätzen.


Mit Beginn der Berliner Operation durch die Rote Armee am 16. April 1945 veränderte sich für die Welzower und für die Truppen auf dem Fliegerhorst schlagartig der Alltag. Der Krieg mit seiner ganzen Brutalität, sinnlosen Zerstörung und Menschen- vernichtung hatte den Raum Welzow erreicht. Bereits am ersten Tag der Offensive wurden der Flugplatz und der Ort von Flugzeugen der sowjetischen Luftarmee angegriffen. Am 20. April drangen Einheiten der Roten Armee in Welzow ein, wobei es zu kleinen Feuergefechten im Bereich der Aue und auf dem Flugplatz kam.


Vor Abzug der deutschen Truppen waren die Hangars gesprengt und die militärischen Anlagen zerstört worden. Für den Flugbetrieb war der Platz unbrauchbar, jedoch einige Baracken, die Gebäude der Wache und der Feuerwehr blieben noch nutzbar. Mehrere Baracken wurden ab Herbst 1945 für Flüchtlinge hergerichtet und von ihnen belegt.


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